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Wüstenstromprojekte allenthalben

reneblog am 23. August, 2009

Neue Energieprojekte braucht das Land.

Neue Erdgaskraftwerke, wenn Experten mit dem Fördermaximum 10-15 Jahre nach Peak Oil rechnen.
Beim Uran sieht es auch wirklich nicht besser aus. Die ergiebigen Erzadern werden gerade ausgebeutet, so dass in Zukunft auch hier der Förderaufwand, und damit der Preis steigen werden. Bei der Kohleförderung sind ebenfalls ähnliche Tendenzen spürbar, und es geht immer tiefer ins Erdreich hinein. In fünfzig Jahren werden die erneuerbaren Energien dominieren, nicht weil ich ein grüner Spinner bin, sondern weil kein Weg daran vorbeiführt.
Oder hofft Ihr auf die Kernfusion? Als Kernfusionskonstante gilt, dass seit 50 Jahren immer wieder der Durchbruch in 50 Jahren erwartet wird.

Da kommt jetzt das Desertecprojekt ins Spiel. Mit vielen Solarwärmekraftwerken in ariden Gebieten Nordafrikas, und des Nahen Ostens über mehrere Zeitzonen verteilt könnte ein grosser Teil der elektrischen Energie, welche Europa benötigt erzeugt werden.
Parallel dazu kommen Offshore-Windturbinen an der Küste Norwestafrikas, wo Passatwinde stärker und regelmässiger blasen. Nach Europa, und den Grossstädten Europas und Nordafrikas würde der Strom via Hochspannungsgleichstromübertragung laufen, wo die Verluste bei etwa 3-5% auf 1000 km zu erwarten sind.

DESERTEC-Map_640

Kritikpunkte zu diesem Projekt gibt es viele. Als wichtigster zementiert Desertec die Struktur von zentralen Grossverteilern, wie gehabt. Als gut gelten dezentrale Bürgerkraftwerke, am liebsten ohne die Energiekonzerne. Mag ja für Privathaushalte auf dem Land gehen, aber wie sieht es mit urbanisierten Industriezentren aus?
Ein Mix von Stromkonzernen, welche den Strom mit küstennahen Offshorewindkraftwerken, und Wüstenstrom erzeugen; sowie dezentralen Bürgerkraftwerken, ist das wahrscheinlichste Energieszenario für die nächsten 50 Jahren.

desertec2a

Das Desertecprojekt könnte Stromkonzernen auch dazu dienen, Strukturveränderungen, welche das Monopol der Konzerne gefährdet zu unterdrücken.
Als erstes würde die Erzeugung von erneuerbarer elektrischer Energie auf einen bestimmten Anteil des Energiemixes gedeckelt. So dass man so lange wie möglich die alten Kern- und Kohlekraftwerke nutzen kann.
Ebenfalls würde eine zukünftige Infrastruktur für eine Zeit nach den fossilen und nuklearen Energieträgern geschaffen. Später würden die Stromerzeuger die benötigten Kapazitäten einfach in der Wüste erweitern. Die Zufuhrsleitungen bestehen ja schon. Das Geld wäre auch zu genüge da.

Gaddafi and Mubarak

Ein weiterer Punkt ist die instabile Lage, und der undemokratischen Regime, südlich des Mittelmeeres.
Potentaten, wie Gaddafi, Mubarak, oder wie sie alle noch heissen, denen das Wohl der eigenen Bevölkerung am Arsch vorbei geht, würden wohl für lange Zeit gestärkt. Machen wir uns doch nichts vor. Heute stützen wir Industrienationen üble Diktaturen mit dem Verkauf von Überwachungs Sicherheitstechnologie.
Es wird zwar immer wieder darüber lamentiert, dass eine Stromblockade nur bedingt nützt, da mal nicht alle Länder an einem Strang ziehen würden, und dass damit kein Geld verdient würde.
Nur möchte ich das Chaos einer zweiwöchigen Blockade in einer Grossstadt ohne Strom nicht erleben.

Ob und wie wir diese Probleme lösen können weiss ich nicht. Der Pessimist in mir sagt, dass diese Kritikpunkte wohl eintreffen werden.
Andererseits haben gerade kleinere Städte und Kommunen bessere Möglichkeiten, die Energieproduktion selbst in die Hand zu nehmen.

Desertec Australia 800

Für Desertec spricht der Umfang des Projektes, und die Energiemenge, welche daraus geerntet werden kann. Rund 200 Kernkraftwerke werden in den nächsten 50-60 Jahren in Europa abgeschaltet! Brennstoffmangel. PeakUran wird beim gegenwärtigen Verbrauch in 60 Jahren erwartet. Jedes neue Kernkraftwerk verkürzt die Zeit, und China will die Kernkraft in Zukunft, ebenso wie die erneuerbaren Energien massiv ausbauen.
Dasselbe gilt für den Klimawandel. Mittels den Desertecprojekten, welchem sich neuerdings auch Australien, der Iran, Indien, und die USA anschliessen, kann die Menschheit die zwei grössten Probleme für den Klimawandel einigermassen in den Griff bekommen.
Die Erzeugung elektrischer Energie generell, und die Elektrifizierung des Verkehrs auf der Strasse.

Nur der Transport über den Seeweg, und der Luftverkehr wären noch Ölgebunden. Vielleicht wären riesige transkontinentale Magnetschwebebahnen eine Lösung zum fossilfreien Container- und Gütertransport. Eine Worldmetro. Nonstop von London über die Beringstrasse nach Buenos Aires, oder Santiago de Chile.
Science Fiction?
Wir müssen nur anfangen, in solchen Dimensionen zu denken!

Links:
Desertec
Desertec Australia
Desertec India
Desertec USA

Klimadiskussionen

reneblog am 2. August, 2009

Bekanntlich ist die Welt schwarz-weiss. So auch in der Klimadiskussion. Eine Gruppe wird Klimahysteriker genannt, die andere Klimaleugner, als ob es kein Klima gäbe.

Dem Klimahysteriker wird vorgeworfen, dass er mit seinen Massnahmen gegen den Klimawandel neue Geldtöpfe erschliessen will, und Panik verursache. In der Politik betreiben sie, so die Kritiker, Lobbyismus für Konzerne, welche in der Atom-, Solar- und Windenergiebranche tätig sind. Ebenfalls taugen die Klimamodellen, auf welchen die Prognosen basieren, ebenfalls wenig und werden ständig korrigiert.
Wahr daran ist, dass dank neuer Erkenntnisse und Technologien, wie etwa Erdbeobachtungssatelliten neuester Generation, diese Daten laufend in die Klimamodellrechnungen einfliessen. Ein weiteres Problem bei der Erdbeobachtung ist die ungleiche Landverteilung auf der Nord- und Südhalbkugel. Während die Raster auf der Nordhalbkugel wesentlich feiner dargestellt werden können, da erstens mehr Land, und zweitens die meisten wichtigen Industrienationen dort befinden, und dadurch mehr Wetterbeobachtungsstationen; ists auf der Südhalbkugel gerade umgekehrt. Auf dieser dominieren die Ozeane, und wohlhabende Industrienationen lassen sich ebenfalls auf einer Hand abzählen, welche umfangreiche Wetterbeobachtungen finanzieren können.
Weiter können mit den Klimamodellen recht präzise die Vergangenheit abgebildet werden; doch daraus die Zukunft extrapolieren zu wollen, halte ich doch für kühn. Um es offen zu sagen, lautet doch die Antwort der Klimatologen, obwohl wir immer bessere Messinstrumente, Computer und Satelliten zur Verfügung haben, wissen wir nicht, wie sich das Klima in den nächsten Dekaden entwickelt.
Für die nächsten 100 Jahren reichen die Prognosen der Erderwärmung von 2-6° C.
Alle Gegenmassnahmen sind technokratischer Natur, wie die Entwicklung neuer und effizienter Maschinen und Motoren, und der Zertifikatenhandel, wo Emissionen auf einer Börse gekauft werden können.
Die Ökologen unter ihnen stellen den Umweltschutz über den Wirtschaftswachstum; während die Ökonomen die Wirtschaft muss um jeden Preis wachsen lassen wollen, vor Umweltschutzmassnahmen.
Beide wollen nichts am bestehenden System ändern.

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Der zweiten Gruppe, den sogenannten Klimaleugnern, oder sanfter ausgedrückt Klimaskeptiker, bestreiten, dass der Emissionsaustoss einer globalen Industrie, und Gesellschaft von 6.5 Mia. Menschen, überhaupt einen Einfluss aufs Erdklima haben kann.
Diese Gruppe als eine Minderheit von Spinnern abzustempeln wäre eine gefährliche Torheit. Der Einfluss der Klimaskeptiker in Politik ist enorm. Autoindustrie, Erdölkonzerne, und Kohlekraftwerkbetreiber versuchen immer wieder, eine verschärfte Gesetzgebung zu hintertreiben, und schrecken ebenfalls vor Manipulationen und Zensur nicht zurück, wenn es ihren Zielen dient.
Als oberster Klimaleugner dürfte wohl der vergangene Präsident George W. Bush wohl alles in den Schatten gestellt haben. Nicht nur bestand sein Kabinett aus Kumpels von der Öl- und Rüstungsindustrie, nein auf globaler Ebene versuchte die Bush-Administration sämtliche internationale Klimabeschlüsse zu torpedieren.
Das ging sogar so weit, dass hunderte von Satellitenfotos von der Arktis in der Öffentlichkeit, das heisst, auch dem US-Steuerzahler, vorenthalten wurde.
Als Argumente für die Erderwärmung musste mal die Sonne her, obwohl im Sonnenfleckenminimum, und daher nicht so aktiv; mal sind es kosmische Strahlen.
Etwa so versuchen sie den Anstieg der Schneefallgrenze im Winter und den Gletscherschwund in den Alpen und Himalaya zu erklären.
Klimaskeptiker hinterfragen den Wirtschaftswachstum schon gar nicht. Alles andere hat sich dem unterzuordnen.

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Ohne grundlegende Änderungen in Gesellschaft und Wirtschaft ist keine Wende in der Klimapolitik möglich. Der Tanz ums goldene Kalb namens Wirtschaftswachstum muss aufhören.
Die Diskussionen um alternative Formen des Zusammenlebens und Wirtschaften sind seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gelähmt. Jenseits von Kapitalismus und Kommunismus sind alle Vorstellungen blockiert. There is no alternative. Dieser Satz von Margaret Thatcher hat sich zu fest in uns eingebrannt. Die Welt ist eben doch schwarz-weiss.

Für so eine Flickschusterei ist es zu spät. Meiner Erachtens lässt sich der Klimawandel nicht mehr aufhalten, und jetzt geht es nur noch um einen geordneten Rückzug aus der Katastrophe hinaus. Und dieser muss mit der grossen Kelle angerührt werden.

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Sollte das Grönlandeis in den nächsten 50 Jahren schmelzen, müssen wir uns auf eine Völkerwanderung von 800 Mio. Bis 1 Mia. Menschen rechnen. Soviele müssten wegziehen, wenn der Meeresspiegel dadurch um sieben Metern steigen würden. Städte, wie London, Hamburg, Kapstadt, Lagos, Rio, Buenos Aires, New York , L.A., oder Shanghai würden verschwinden. Ebenfalls ganze Länder wie Bangladesh, oder Holland, welche zum Teil unter dem Meeresspiegel liegen.
Solche Gletscherseen und -flüssen auf dem Grönlandeis, wie auf diesen Bildern sind in den letzten Jahren häufiger auf Grönland zu beobachten, und daher sehr besorgniserregend. Denn Wasser ist ein Wärmespeicher und beschleunigt nicht nur das Abschmelzen zusätzlich, sondern verlängert dieses bis in die Nachtstunden. Fliesst dass Wasser, wie bei diesem Wasserfall zurück in den Gletscher, bildet sich darunter eine Art Schmierfilm, welcher dem Gletscherdrift in den Atlantik ebenfalls eine andere Dynamik verleiht.

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Zusätzliche Dynamik bekommt das Abschmelzen durch das Freikommen neuer Gesteinsschichten. Dank dunkler Farbe absorbieren diese zusätzliche Wärme von der Sonneneinstrahlung und speichern diese in sich auf. Jedenfalls sieht es so aus, dass das Abschmelzen der Gletscher in den Alpen und des Himalajas nicht mehr aufhalten lässt, und ein neues Wassermanagement für ganz Mitteleuropa und Asien jetzt schon international ausgearbeitet werden muss. Auch wenn jetzt die Umweltschützer und Tierfreunde unter Euch aufjaulen, künstliche Rückhaltebecken müssen gebaut werden. Möglicherweise müssen ganze Flüsse Rückhaltebecken weichen. Wenn die Gletscher erst mal weg sind, siehts mit der regelmässigen Wasserversorgung für Millionen von Menschen düster aus. Auch bei uns.

Als Sofortmassnahme müssten ab sofort alle Gesteinsschichten rund um alle Gletscher weiss angemalt werden. Dadurch wird mehr Sonnenlicht zurück reflektiert, und der Abschmelzprozess verlangsamt.

Links zum Thema:
Telepolis
Tagesanzeiger

Abiotisches Wunschdenken

reneblog am 19. July, 2009

In einem Kommentar in diesem Blog meinte einer, das die Entstehung von Erdöl abiotisch sei, und es daher kein Peak Oil geben kann. Schön, dass wenigstens jemand da mit liest und mir ein Feedback gibt.

Wie wir von der Schule wissen, bildet sich Erdöl durch Ablagerungen von Biomasse unter hohem Druck und Temperatur. Nur dürfen beide nicht zu hoch sein, weil sonst die langen Moleküle zerstört werden, und sich dadurch Erdgas bildet. Und ein zu niedriger Druck ist ebenfalls schlecht. Da kriegst Du bestenfalls Kohle, oder ebenfalls nur Erdgas.

Diese Theorie wird jedoch von einigen angezweifelt. Das Öl bildet sich abiotisch, und wird aus dem Erdinnern hervor gepresst. Öllagerstätten sollen sich auf wundersame Weise wieder auffüllen.
Auftrieb bekommt momentan die abiotische Ölentstehungstheorie ausgerechnet von der NASA. Ganze Seen mit Kohlenwasserstoffen wurden auf dem Saturnmond von der Cassinisonde fotografiert. Dass bei solch kalten Temperaturen das Zeugs kaum biologisch entstanden ist, leuchtet jedem ein. Schade, dass da keine Analyse in nächster Zeit von diesem Stoff möglich ist.

Leider hat die abiotische Theorie ebenfalls Lücken, welche gerne verschwiegen werden. Ebenfalls interessant ist, unter den eifrigsten Verfechtern sind fast keine Geologen zu finden, viele Anhänger sind in der Wirtschaft zu Hause! Eine geologisch-technische Verknappung des wichtigsten Rohstoffes passt gar nicht in die gängige Ideologie, welche an den Unis gelernt wird.
Und wie soll Erdöl aus dem Erdinneren hervorgepresst werden, wenn zu hohe Drücke und Temperaturen die langen Kohlenwasserstoffmolekühle zerstören?

Vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig, wie Erdöl entsteht.
Der abiotischen Theorie nach sollen sich, wie schon gesagt, die Ölfelder von selbst wieder auffüllen. Nur jetzt kommt der Krux. Erstens müssten sich die Quellen jeden Tag um etwa 82 Mio. Fässer auffüllen. Das hat noch niemand beobachtet, und der Decline von verschiedenen Ölquellen spricht eine andere Sprache. Eine Verschwörung, um den Ölpreis nach oben zu pushen, ist auch nicht im Gange. Zu verschieden sind die Eigeninteressen der Förderländer. Indonesien zum Beispiel hatte noch bis vor einigen Jahren Öl exportiert; und auf so eine Geldquelle verzichtet niemand.
Heute muss das Land das fehlende Öl vom Weltmarkt kaufen. Ebenfalls China, welches bis Mitte 90′er Jahre ebenfalls seinen Bedarf aus der Heimat decken konnte.

Das heisst nicht, dass die abiotische Theorie falsch sein muss. Und damit sind wir beim zweiten Punkt, welcher meines Erachtens wichtiger ist.
Die Zeit.
Geologische Prozesse laufen sehr langsam ab. Für Menschen fast statisch. Die Alpen bildeten sich in den letzten 200 Mio. Jahren. Das Erdöl, nach konventioneller Theorie, bildete sich ebenfalls mindestens so lange.

Wieso sollte die abiotische Ölbildung schneller laufen, als sagen wir mal 10 Mio. Jahren. Vielleicht gefällt Euch ein geologischer Turbo von nur einer Million Jahre euch besser,in der die Ölfelder wieder ganz voll sind.
Dazwischen ist Peak Oil, egal ob biotisch, oder abiotisch, ist höchstens von akademischen Interesse.

Quelle:
Telepolis

automatisierter Fussgängerschutz

reneblog am 11. July, 2009

Der Moloch Mobilität fordert jedes Jahr seine Opfer. In der Schweiz sterben jedes Jahr etwa 450 Menschen an Verkehrsunfällen. Stören tut sich keiner daran. Wir sind uns die vielen Verkehrsopfer gewöhnt. Doch eine so riesige Zahl an Opfern sagt jedoch auch aus, dass an unseren Verkehrskonzepten auf der Strasse etwas im Argen liegt.

Klar, die Autos bekommen immer bessere Technik, mehr Komfort, und sind auch immer sicherer. Jedoch nur für die Insassen.
Sicherheit für die anderen Verkehrsteilnehmer, wie Velofahrer und Fussgänger, werden in den Hochglanzmagazinen nie erwähnt. Kein Satz darüber, wie hoch die Verletzungsgefahr für andere von diesem Fahrzeugmodell aus gehen.

Findige Techniker haben jetzt eine Lösung für dieses Problem gefunden. Da viele Unfälle mit Fussgängern durch Unaufmerksamkeit geschehen, soll dies mit einem RFID-Transponder verhindert werden. Die Technik wird in der Fliegerei seit Jahrzehnten eingesetzt. Und so funktioniert es: das Auto sendet auf dem 2.4 GHz Funkband ein Signal aus, auf welches der Transponder ein Antwortsignal sendet. Dadurch kann der Fussgänger vom Auto lokalisiert werden, und gegebenfalls reagieren; sprich eine Vollbremsung einleiten.

Die Idee ist nun, dass jeder so ein Transponder mit sich tragen muss. Eingenäht in Jacken, als Chip ins Handy verbaut, am Besten gleich mit einem GPS-Empfänger. Von der Schultasche für die Kids bis zum Gehstock für Senioren. Warum nicht gleich implantieren. So würde der Transponder wenigstens nicht vergessen, oder verloren gehen. Kidnapping und das Vermissen von Menschen gehört der Vergangenheit an. Jeder wird lokalisierbar. Auf den Meter genau.

Für alles wird eine technische Lösung gefunden. Nur keine Diskussion darüber, welche Art von Mobillität wir in Zukunft brauchen. Ja keine Frage, welche alternative Verkehrskonzepte noch möglich sind.
Alles hat so zu bleiben, wie es ist!
Sonst müsste man zugeben, dass die Ölkrise von 1973 verpennt wurde, und eine verfehlte seither eine Verkehrspolitik weltweit stattgefunden hat. Eine Verkehrspolitik, welche jedes Jahr zehntausende Opfer weltweit fordert. Nicht nur Politiker gestalteten diese Verkehrspolitik so, wie wir sie heute kennen. Auch die Autoindustrie, Presse, und wir Konsumenten haben alle Schuld daran. PS-Starke Autos und Städte für den Automobilverkehr. Lange wurden nichtmotorisierte Teilnehmer als Störung betrachtet.
Und jetzt sollen die Schwächsten aller Verkehrsteilnehmer, die Kinder zuerst, dann die Fussgänger und Velofahrer, mit einem Transponder ausgerüstet werden, damit solche Unfälle vermieden werden können.

Damit wir so weitermachen können, wie bisher. Bloss keine Veränderungen, auch wenn die Welt regelrecht danach schreit. Kein Wechsel bei Verkehrskonzepten und Mobilität. Keine Richtungsänderung beim Wirtschaftssystem, obwohl dieses immer mehr auseinanderfällt. Keine Resultate beim Umweltschutz, obwohl jetzt schon der Klimawandel unübersehbar ist, und globaler Umweltschutz mit einer Abkehr vom Wachstumszwang der Wirtschaft gebunden ist. Es scheint, dass der Westen in die selbe Agonie fällt, wie damals die Sowjetunion unter Breshnew. Und wir wissen auch, wie es damals endete.

Inflation+Deflation=??

reneblog am 5. July, 2009

Einige von uns erwarten, angesichts der immer grösser werdende Staatsverschuldung eine grosse Inflation. Auch eine Hyperinflation, wie sie in Deutschland der 20′er Jahre des letzten Jahrhunderts herrschte spukt in den Köpfen herum.

Nun, bei einer Inflation würde alles immer teurer. Tut es nur zum Teil. Unterhaltungselektronik, Flachbildschirme, Notebooks und Computer erleben gerade wieder einen Preisschub nach unten.
Kostete ein Flachbildschirm noch vor ein paar Jahren über 2000 sFr, bekommt man heute schon gleichgrosse Modelle unter 800 sFr. Derselbe Preiszerfall kann bei Notebooks beobachtet werden. Als Auslöser kann der Eee-PC von Asus gelten. Ein winzigen und wirklich billig produzierter Notebook, welcher sogar Microsoft aus dem Schlaf aufschreckte. Der Erfolg, dieser kleinen Maschine überraschte alle, und ausgerechnet das neue Windows Vista entpuppte sich als zu Fett. Andere Hersteller gerieten in Zugzwang, und plötzlich sind auch Businessmodelle für 700 sFr zu haben. Als Verlierer stehen jetzt schon die überteuerten Subnotebooks da, bei denen man für denselben Minimalismus gerne 2000 sFr mehr bezahlt.

Bei Gütern, welche man täglich zum Leben wirklich braucht, wie Wohnungsmiete, Energie, Lebensmittel, öffentlicher Verkehr und Abfall werden hingegen immer teurer. Da in der Schweiz 68% der Bevölkerung aus ihre Unterkunft mietet, und in den Städten ein Defizit von günstigen Mietobjekten besteht, dreht sich diese Spirale immer weiter nach oben. Günstig wohnen kann der Schweizer nicht einmal mehr in Zentren von Kleinstädten, wie Aarau, oder Burgdorf. Nein, günstige Wohnungen gibt es nur noch in der Peripherie. Da bin ich als Schweizer doch froh um den wirklich vorbildlich ausgebauten öffentlichen Verkehr. Wobei es auch da Ortschaften gibt, bei denen man auf ein Auto angewiesen ist.

Andererseits können solch verbilligte Luxusgüter, wie eben Elektronik und EDV, auf ein Anzeichen einer Verarmung breiter Bevölkerungsteile hindeuten. Zu Hause ein Breitbilschirm für den täglichen TV-Müll, und mit einem Spar-PC, mit Atom-Prozessor, kann sehr wohl im Internet gesurft, Videos angeschaut, und Musik gehört werden. Für solche Anwendungen reicht so ein Billigteil sehr gut.

Sagt es endlich!

reneblog am 26. May, 2009

Der nächste Ölschock steht bevor. Ein stetig steigender Ölpreis würgt den gerade beginnenden Aufschwung ab. Nicht jetzt, aber in den nächsten drei bis vier Jahren. Durch den Aufschwung steigt auch wieder die Nachfrage nach Petroprodukte.

Schuld an dieser Entwicklung sind grosse Ölfirmen, welche zuwenig in die Erforschung neuer Felder investieren. Um etwa 5% lässt die Ausbeute in vielen Förderstätten nach. Damit wir weiter so wirtschaften können, wie bisher, müssten in den nächsten zwanzig Jahren Ölfelder, von der vierfachen Menge Saudi Arabiens gefunden werden.
Als Massnahmen sollte vermehrt in erneuerbare Energien und Energieeffizienz Gelder und Manpower fliessen.

Soweit Die Zeit.

Machen wir mal eine kurze Textanalyse:
Beim ersten Abschnitt ist auf den ersten Blick alles richtig. Es muss nur hinzugefügt werden, dass die Ausbeutung von kanadischen Teersanden, und anderen schwer zugänglichen Ölquellen, erste bei einem Ölpreis ab 80-100 $ rentiert. 80 $ Ölpreis brauchen der Iran und Venezuela, damit Geld in ihr Land fliesst.

Die Analyse versagt schon in der zweiten Textpassage. Die interessantesten Sachen werden wieder mal nicht erwähnt.
Ölfirmen fahren die Exploration nicht aus Profitgier runter, sondern weil es schlicht immer weniger zu entdecken gibt. Der Höhepunkt der Entdeckung neuer Ölfelder liegt etwa vierzig Jahre zurück. Seither sinkt die Explorationsrate wellenförmig. Wir haben es hier also mit einer Phasenverschiebung zu tun. Sowas kennen wir im Zusammenhang mit Wechselstrom, Induktivität und Kondensator.
Seit Mitte Achzigerjahren, als Gorbi zum Präsident der Sowjetunion ernannt wurde, übertraf erstmals der Ölverbrauch die Entdeckung neuer Lagerstätten (Siehe Rubrik PeakOil auf dieser Seite). Und woher sollen all die Lagerstätten von einer Menge, welcher des vierfachen Saudi Arabiens entspricht, überhaupt gefunden werden?
Kommt dazu, dass die grossen Felder zuerst gefunden und ausgebeutet werden.

Die Tatsache, dass rund 60% aller Ölfelder in Staatsbesitz sind, auch sämtliche auf der arabischen Halbinsel, wird verschwiegen. Und diese hüten den Zustand ihrer Felder als ein Staatsgeheimnis. Probleme, oder gar absinkende Förderleistungen sind nicht förderlich für eine AAA Klassifizierung der eigenen Kreditwürdigkeit an der Wall Street.

Statt dessen sucht man die üblichen Sündenböcke, und laviert um den heissen Brei herum. Niemand will als erstes dieses schmutzige Wort schreiben. Ihr könnt auch hundert Milliarden Dollar in die Entdeckung neuer Felder stecken, aber ein Saudi Arabien wird nie mehr gefunden. Es ist vorbei! Das Fördermaximum war letztes Jahr. Es ist Halbzeit. Jetzt kommt der schmutzige Rest; Teersande als Kaffeesatz. Punkt.

Der dritte Teil besteht aus Prinzip Hoffnung.
Energieeffizienz und regenerative Energien, wie Sonne, Wind und Agrodiesel sollens richten. Eine Beruhigungspille für den Leser.
Unser globales Transportwesen läuft zu 95% mit Erdöl; und zu 90% auf dem Seeweg. Lange Stromkabel sind da notwendig, sehr lange; und den Leitungsverlust nicht vergessen. Oberleitungen auf allen Strasse, für den LKW-Verkehr?

Nein der Mayakalender hat recht. 2012 ist fertig. Fertig mit unserer Art zu wirtschaften. Fertig mit Äpfel aus Neuseeland, oder Südafrika.
Fertig mit diesen Tiertransporten quer durch Europa, oder dänische Kartoffeln in Spanien zu Pommes zu verarbeiten und danach zurück.

Jetzt wirds langsam offiziell. Neben der Wirtschaftskrise kommt jetzt noch die finale Energiekrise.
Zuallererst will der Ölpreis nicht mehr sinken. War er schon mal bei 45 $, so ist dieser jetzt gegen 60 $ leicht angestiegen. Weniger wegen Spekulanten, denn diese haben binnen eines Jahres eine enorme Summe in den Sand gesetzt. Jetzt rufen sie nach Vater Staat. Nein, dieses leichte Ansteigen deutet schon auf eine erste Verknappung hin. Ausgerechnet jetzt, wo Wirtschaftsexperten die Talsohle sehen wollen.
Nein, die Indizien kommen nicht nur vom Ölpreis an der Nymex, sondern es gibt da noch zwei andere, dafür umso interessantere Meldungen, welche kaum beachtet werden.
Da will doch Shell, die gelb-rote Ölfirma mit der Muschel doch schon mal 70% aller französischen Tankstellen verkaufen.
So unrentabel arbeiten all die doch nicht!
Gut, der Tankstellenwart verdient seine Brötchen in der Regel mehr vom Shop, als vom Benzin. Doch ein Grossteil seines Tankstellennetzes gibt man doch nicht ohne guten Grund auf! Da Shell offenbar über den Zustand seiner Ölquellen und über den zukünftigen Entwicklungen bestens Bescheid weiss, starten sie offenbar in Frankreich einen Versuchsballon. Da in den nächsten Jahren die Ölförderung rückläufig sein wird, sucht Shell offenbar einen Dummen, welcher das Tankstellennetz übernimmt, um es nach und nach abzubauen. So etwas, wie eine Treuhand, welche die DDR-Wirtschaft nach der Wiedervereinigung abwickelte.
Nicht besser ist auch die Nachricht, dass genau der selbe Konzern auch in Deutschland zwei Raffinerien schliessen, oder Verkaufen möchte. Rund 1200 Arbeitsstellen stehen auf dem Spiel. Dazu kommen Rationalisierungsmassnahmen und eine Verlagerung der Auftragsabwicklung nach Polen.
Eine pawlowsche (das ist der mit dem sabbernden Hund und der Klingel) Reaktion der Politiker kam prompt. Und stossen ins falsche Horn. Viel wird über Globalisierung auf dem Rücken der Arbeiter gesprochen, und dass man solch rentable Betriebe nicht schliessen darf.
OK, Deutschland ist im Wahlkampf. Das bedeutet auch Kampf um jeden Arbeitsplatz, Banken, Opel und jetzt Ölraffinerien. Bis zum September. Dann herrscht Alzheimer unter dieser Sippe und ein tiefes Schuldenloch dazu.
Statt über die verlorengehenden Arbeitsplätze zu jammern, oder schlimmer noch, diese Raffinerien mit Steuergeldern zu verstaatlichen, sollte endlich die Energiewende gestartet werden.
Was will der Staat mit einer Raffinerie, bei der demnächst Rohstoffmangel angesagt ist, und eine Umrüstung, falls möglich, nochmals Milliarden kostet?

Vor zwei Jahren klagte alles über Unterkapazitäten bei den Raffinerien; hatten Ölkonzerne jedoch jahrelang keine Investitionen in diese Richtung getätigt. Jetzt die ersten Schliessungen.
Raffinerien schliesst man nicht aus vergnügen. Es dauert Jahre, bis eine neue gebaut wird. Und jede Raffinerie ist auch auf wenige bestimmte Ölsorten spezialisiert. In Europa und den USA lassen sich nur leichte Ölsorten mit wenig Schwefelgehalt veredeln. Gerade diese Raffinerien werden immer weniger benötigt. Hier öffnen sich Überkapazitäten. Das schwefelarme Leichtöl, welches billig zu fördern, und zu verarbeiten ist, geht als erstes zu Ende. Da helfen keine Solidaritätsbekundungen und Rettungspakete von Politkern.
Schwere und saure Öle sind eher eine asiatische Domäne. Für Schwerstöle aus kanadischem Teersand, oder dem Orinoccobecken braucht es wiederum andere Raffinerien. Ebenso für Erdöl
aus der Tiefsee, oder der Arktis. Dazu kommt, damit die Wirtschaft billiges Öl kaufen kann, dass die neuen Raffinerien eher in Billiglohnländern gebaut werden.

Die Schliessungen dieser beiden Raffinerien sind in diesem Kontext zu verstehen. Die Erdölkonzerne stehen vor einem Wendepunkt. Manche Konzerne denken langfristig, wie BP und Shell, und produzieren jetzt schon Solarpanels zur Stromerzeugung! Schliesslich heisst BP nicht mehr British Petroleum, sondern Beyound Petroleum.

von Indianern und der Kavallerie

reneblog am 6. May, 2009

Das liebste Feindbild der Schweiz sind keine Kommunisten, Talibans, oder sonstige Finsterlinge. Nein, es ist der deutsche Finanzminister, Peter Steinbrück.

Wie kam es dazu?

Dazu muss gesagt werden, wir leben hier in der Schweiz in einem Schlafland.
Faul sind die Schweizer weiss Gott nicht. Arbeiten länger als in den umliegenden Ländern. Deshalb gibts wohl auch keine Diskussion über eine Arbeitszeiterhöhung. Nur in der Geopolitik sind wir etwas träge. Da braut sich über Jahre ein Sturm zusammen, und die Schweizer, überrascht davon, rennen wie kopflose Hühner umher; und gackern wie wild.

Das hat Tradition bei uns. Das war schon mit den nachrichtenlosen Vermögen von Holocaustopfern so. Damals mauerten die Banken, bis die USA mit Staatsräson der Entzug der Banklizenz der UBS drohte. Dann zahlten diese anstandslos vor allem an die jüdischen Organisationen in den USA. Diese wiederum zahlten dann dieses Geld weiter an die Opfer. Nebenbei kamen manch spannende Details über die Schweiz im Zweiten Weltkrieg zu Tage. Ebenso, dass die Schweiz etwa gleich vielen jüdischen Flüchtlingen damals Asyl gewährten, wie die USA. Nämlich viel zu wenigen!
Von den Drecksgeschäften mit den Nazis ganz zu schweigen.

Heute wieder dasselbe Theater. Dabei hatte man ein Jahr Vorwarnzeit zu reagieren. Vor rund einem Jahr sagte ein Senator aus Illinois, dass er das illegale Verstecken von steuerbarem Vermögen durch schweizer Banken, vornehmlich der UBS, einen Riegel schieben will.

Dumm gelaufen, denn der besagte Senator wurde leider Präsident des grössten Schuldenberges der Welt und ist offenbar auch gewillt, dem lustigen Bankentreiben ein Ende zu bereiten.

Auch haben sich die Zeiten geändert und jetzt ist jeder Penny gefragt, weil zuerst die Banken, und nun die Weltwirtschaft gerettet werden muss. Milliardenschwere Rettungspakete erlauben keine Steuerschlupflöcher.

Wo kämen wir da hin!

Momentan überbieten sich alle Regierungen mit dem Knüpfen von Rettungspaketen, Abwrackprämien und sonstigen Stimulanzien für eine serbelnde Wirtschaft. Und was tun die Empfänger der Rettungspaketen als erstes?

Richtig. Sie bezahlen die Bonis ihrer Manager. Schliesslich sind die ja darauf angewiesen. Eine Luxusvilla auf Pump ist zu bezahlen. Der Nobelhobel mit Chauffeur kosten auch etwa 80-100 pro Jahr. Von den Ferien im Luxushotel, der Pelzmantel der Dame des Hauses, Dienstmädchen, Edelnutten, das Diamantcollier als Entschuldigungsgeschenk, dem Schnee aus Kolumbien zu schweigen.

So ein Lebensstil kostet und verschleisst Leute. Solche Leistungsträger müssen entsprechend belohnt werden. Schliesslich schaffen diese auch privat Arbeitsplätze!

Dazu das Privatinternat für die liebsten Kleinen. Und der ganze Affenzoo von Leibwächtern lebt doch auch davon.

Bleibt da noch was übrig Ende Jahr, will man dieses mühsam erarbeitete Vermögen nicht noch dem Fiskus in den Rachen werfen. Obwohl Staatsknete vom Rettungspaket, wird dieses wohlweislich in der Karibik, in Dubai, oder den Kanalinseln angelegt. Ja nicht in der Schweiz, die sind auf so einer grauen OECD-Liste gelandet. Alle anderen sind auf der weissen, somit richtigen Liste.

Richtig, zuerst fährt man die Wirtschaft ordentlich an die Wand, um danach die Rettungspakete zu kassieren. Mit diesen zahlt man sich noch aus und versteckt das Geld in Steueroasen vor dem Fiskus. So macht man das.

Und lasst Euch nicht von der Schelte über gierige Spekulanten und verantwortungslose Manager, drittklassiger Politiker täuschen. Das Volk soll nur nicht auf die Idee kommen, dass Politiker und Wirtschaft gemeinsame Sache machen. Mit Deregulierungen, Privatisierungen und dem Rückzug des Staates aus der Wirtschaft haben gerade Politiker Tür und Tor solcher Finanzkonstrukte, welche uns in die Krise stürzten, geöffnet.

Da unsere Grossbanken, vor allem die UBS, in diesem Spiel auch zu den ganz grossen gehören wollten, wussten sie nicht, wann Schluss ist. Und im grossen Kanton sind im September Wahlen. Da spukt ein kleiner Finanzminister gerne grosse Töne. Von Stick and Carrot ist da die Rede, unglücklich als Zuckerbrot und Peitsche ins Deutsche übersetzt. Dazu der Indianervergleich, bei diesem sich der besagte mit der Kavallerie droht.

Apropo, gabs doch eine Konferenz über Steueroasen. Alle waren eingeladen. Der kleine Zampano aus Paris, die Bundeskanzlerin, der Präsident der Kanalinseln und der Präsident des grössten Schuldenberges. Nun ja, das Ergebnis der Konferenz war Inkonsequent. Zusagen von den Alpenrepubliken ja. Aber die halbe Karibik, Kanalinseln und steuergünstige US-Staaten können es weiter Bunt treiben.

Offenbar wurden nur die Steueroasen ausgetrocknet, jedoch nicht die Steuerinseln geflutet.

2009 ein Blick in die Kristallkugel

reneblog am 5. January, 2009

Dieses jahr wird interessant. Oh ja, das garantiere ich Euch.
Ein neuer Präsident der USA, die Finanzkrise, und die UBS werden uns auch dieses jahr weiter beschäftigen, ebenso der Nahe Osten, mit dem blutigsten Wahlkampf.

Lösungen? Fehl am Platz.

Nun zu meinem Horoskop für dieses Jahr:

Da wäre mal die Ukraine. Das Energieministerium hat die Firma Naftogas zurückgepfiffen und will die ausstehende Rechnung von etwa 2 Mia. US-Dollar nicht bezahlen. Obwohl die Ukraine das Gas zu einem Vorzugstarif von etwa 210 $, statt 400 $, wie die EU bezieht. Also Rechnen die Russen den ukrainischen Verbrauch aus, und kürzen die Gaslieferung um diesen. Dummerweise brauch die Ukraine das Gas, ist aber knapp bei Kasse und “beschlagnahmt” die notwendige Menge. Ergo fehlt diese Menge am Ende der Kette. Das heisst vor allem Deutschland, Österreich und der Rest der EU sind die Dummen.
Vielleich spekuliert die Ukraine darauf, dass die NATO einspringt, oder die EU die Sache bezahlt. Da Russland kein einfacher Gegner für die NATO ist, scheint letzteres durchaus denkbar. Nur kann diese Regierung dieses Spiel nicht all zu oft machen. Anstatt auf Hilfe von Aussen zu hoffen, würden die besser ebenfalls ein Energiesparprogramm auf die Beine stellen. Das Potential dafür ist kaum ausgeschöpft, und der Vorzugstarif wird auch mal ein Ende haben. Daraufhin sollten sie arbeiten. dadurch werden sie auch weniger erpressbar durch den grossen Nachbar.
Nur, die Russen sind schlau und bauen eine Pipeline durch die Ostsee direkt nach Deutschland. So können sie der Ukraine, und anderen Transitländern den gashahn zudrehen, ohne die zahlungskräftige Kundschaft zu versauern.

Beim israelischen Wahlkampf geht es darum, Stärke zu zeigen; und solange Bush noch Präsident ist, die Sau rauslassen. Seltsam an dieser Sache ist nur, dass Hamas just gerade in der heissen Wahlkampfphase ihre Raketen gen Israel abschiessen musste. Von Treffgenauigkeit kann hier nicht die Rede sein, und die Wahrscheinlichkeit, in Israel durch einen Autounfall ums Leben kommen ist ungleich höher.
Also wird wild drauf los gebombt, und der Gewinner steht auch schon fest. Nämlich Hamas. Die werden gestärkt aus diesem Konflikt herauskommen, und ein weiterer Sargnagel für die gemässigte Fatah in Ramalah. Diese steht voll hinter dem Gemetzel, und wie das in 20 Jahren aussieht, wenn die USA Bankrott sind, weiss auch keiner.

Ab dem 20. Januar gibts endlich einen neuen US-Präsidenten. Zu beneiden ist er gar nicht. Muss doch in diesem Jahr die Pleiten von offensichtlich allen drei Automobilherstellern abwickeln. Das Rettungspaket reicht gerade ein Quartal. Dann ist Schluss. Das der Staat Gelder zur Entwicklung neuer, umweltfreundlichere Fahrzeugen einschiessen soll, und zeitgleich die maroden Unternehmen durchfüttern sollte, entzieht sich jeglicher Logik.
Die US-Autoindustrie wird dieses Jahr voraussichtlich sterben. Und zwar alle drei.

Damit kommen wir zu einem Hoffnungsschimmer in der Schweiz. Die Initiative für menschenfreundlichere Fahrzeuge hat genügend Unterschriften für eine Volksabstimmung. Gratulliere, weg mit diesen scheusslichen Plüschjeeps im Panzerdesign! Ein Forstwart, welcher nach getaner Arbeit mit schmutziger Kleidung in seinen 4×4 steigt, wird kaum ein solches Vehikel sein eigen nennen.
Diese Dinos haben bis jetzt einen Umstieg auf kleine, sparsame und neuartige Leichtbaukonzepte für den Strassenverkehr wirksam verhindert. Zu gross ist die Angst davor, bei einem Unfall mit so einem Ungetüm, mit schwersten Verletzungen, oder gar mit dem Leben zu bezahlen.

Weitere Banken werden in den Abgrund folgen. Ich denke, die UBS und CS werden mit Ach und Krach jedenfalls bis in den Sommer halten. Sollten noch mehr Leichen aus dem Keller kommen, wie die 6 Gigafranken im Madoffsskandal, sehe ich jedenfalls für die UBS schwarz.
Rettungspakete sollten dann keine mehr geschürt werden. Besser dieses Geld direkt als Kredite für den Mittelstand investieren. Dort sind die besser aufgehoben, und wesentlich mehr Arbeitsplätze gesichert.

Der Ölpreis wird meines Erachtens zwischen 40 und 50 $ stabilisieren und Peak Oil, das globale Fördermaximum wird, wegen einer Nachfrageflaute, unbemerkt stattfinden.

Frankenhypotheken werden für einige Ländern, wie Polen, Ungarn, oder auch Österreich grosse Kopfschmerzen bereiten. Musste doch die polnische Notenbank bei der EZB (europäische Zentralbank) anklopfen und Zlotys gegen Euros tauschen, nur um bei den Schweizern Franken zu kaufen. Die schweizerische Nationalbank konnte auf diese Weise das Risiko bei der EZB elegant auslagern.

Gute Investitionschancen gibt es nur noch bei den erneuerbaren Energien. Unser allerliebster Schmuddelkandidat China will nämlich gross in Solarenergie und Windkraft einsteigen.
Lohnende Investitionen können nur noch in erneuerbarer Energietechnik, Haussanierungen und Umwelttechnologieen getätigt werden. Auch hier gilt, die Guten ins Körbchen, die schlechten ins Kröpfchen.

Vertikal Farming wird dieses jahr in den Industrienationen keine Akzeptanz finden. Zu unnatürlich sei das. Vielversprechende Ansätze wurden in Holland auf Eis gelegt. Tomaten aus dem Treibhaus werden hingegen gekauft, obwohl diese auch in einem Steinwollesubstrat aufwachsen und mit natürlicher Erde nie in Kontakt kommen.
Andere Länder, gerade in Asien haben da keine Berührungsängste, und uns wird bald auch keine andere Wahl bleiben, wenn sich die Prognosen aus Technology Review bewahrheiten sollten.
Bis 2050 werden über 9 Mia. Menschen auf diesem Planeten leben. Mit Biolandbau ist da nicht mehr getan. Und sieht man die Probleme Peak Oil, Klimawandel, Desertifikation und Wassermangel sich in dieser Zeit verschärfen, dann haben wir keine andere Wahl.

Das Ende der Arbeit wird weiter verschoben, aber die Kluft zwischen Arbeitslosigkeit und Überstunden wird auch dieses Jahr grösser.
Neue Modelle werden eher in einem Hinterzimmer des Internets, als in der Öffentlichkeit diskutiert. Jeder weiss es zwar, was keiner von Politik und Wirtschaft zu sprechen getraut. Die Zeit der Vollbeschäftigung war eine historische Ausnahme und ist endgültig Vergangenheit.

schöne neue Welt

reneblog am 23. December, 2008

Hier bedient Euch. Mit unserer Kundenkarte könnt Ihr Punkte und Meilen sammeln. Ihre Daten werden von uns vertraulich behandelt. Hier unterschreiben Sie! Die Karte gibts noch am Stand und gleich gehts los mit  Punkte sammeln.
Was verstehen Sie nicht. Dass die Daten zur Auswertung in ein Drittland gesendet werden? Nun, das muss sein, der hiesige Datenschutz ist etwas übers Ziel hinausgeschossen. Wir müssen deswegen ins Ausland, weil wir hier zu grosse Einschränkungen bei der Auswertung haben.
Selbstverständlich senden wir die Daten verschlüsselt in die USA. Uns können sie vertrauen. Ihre Daten sind geschützt.

Für Sie ist eine Kombikarte optimal, wenn Sie schon ein Bankkonto bei uns haben. Mit so einer Karte sammeln Sie nicht nur Punkte, sondern können sie auch als Kreditkarte nutzen. Das Schöne dabei ist, unsere Bank verlangt keine Gebühren dafür!
Und in ihren Lieblingsboutiquen und Geschäften wird sie auch akzeptiert.

Danke an Euch alle, für diese immense Datenmenge die Ihr uns zur Verfügung stellt. Und denkt ja nicht, es sind zuviele, so das wir an der schier unglaublichen Menge ertrinken. Nein, es sind nie genug da!
Übrigens, auswerten tun wir das in riesigen Rechenzentren vollautomatisch. 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Immer wieder, jedesmal mit neuen Suchmustern. Die Resultate werden natürlich gewinnbringend an den Mann gebracht. Auch die Polizei und der Heimatschutz gehören zu unseren Kunden.
Dasselbe machen wir auch mit den Keylogdaten. Dank ausgefeilteren Auswertungsmethoden kann der Spreu schnell vom Weizen getrennt werden. Die fleissigen von den faulen Mitarbeitern. Die Entlassungsschreiben werden direkt vom Rechenzentrum zur Unterschrift an den Personalverantwortlichen geschickt. Dann gehts ab zur Post.

Wir kartographieren die Welt neu! Dank unseren Datenbanken können wir riskante Gebiete mit viel Armut, über klassische Mittelstandsgebiete bis zu exklusive Immobilien exakt darstellen. Versicherungen brauchen solche Karten oft, um ihre Prämien geografischen und sozialen Situationen anzupassen.
Kundenkartendaten sind für Krankenkassen von besonderem Interesse. Warum sollten Sie für die falsche Ernährung Anderer bluten?
Eine Genprobe sollte schon unmittelbar nach der Geburt eingeholt werden. Schliesslich will man dem süssen Nachwuchs den Weg nicht verbauen. Eine Erbkrankheit, oder negative Charaktereigenschaften müssen früh erkannt werden. Schliesslich darf kein Mensch einen Beruf ausüben dürfen, wo er zum Sicherheitsrisiko für alle wird. Wie etwa Anlageberater, oder Finanzanalyst.

Was wir suchen?
Das perfekte Marketing für den Kunden. Passende Werbung für jedes Interesse und für jeden passenden Geldbeutel. Die Werbung für jeden und für jedes Budget.

Asoziale Elemete, Verbrecher, Kriminelle und Terroristem müssen frühzeitig ausgesiebt werden. Am Besten schon im Kindesalter.
Unsere Innenstädte sind dank neuester Videotechnik absolut sicher. Die Kriminellen trauen sich nicht mehr hierher. Dank dem neuen Rechenzentrum, welches an das städtische Videosicherheitssystem angeschlossen ist, wird Fehlverhalten schon im Frühstadium erkannt.
Ich weiss, das System läuft noch nicht so, wie wir es gern hätten. Wir sind aber jetzt in der Optimierungsphase, das wird noch etwas dauern. Das System läuft jetzt schon so, dass wir nur noch 30 Sicherheitsleute im Dreischichtmodell für 100′000 Einwohner brauchen.
Aber auch Sie können einen Beitrag zur Sicherheit Ihres Viertels leisten!Abonnieren sie Orwell.tv. Für 30€ im Monat bekommen Sie einen Netzwerkfähigen TV-Decorder, welcher an Ihrem Plasmabildschirm ebenso läuft, wie auf Ihrem PC.

Perfekte Ameisen brauchen wir. Welche ihr hartverdientes Geld den freudigen Konsumgenüssen ausgeben. Ein kleiner Sparbatzen in eine private Vorsorgeeinrichtung ist auch super. Da kommt viel Geld zusammen. Das können die Banken momentan gut gebrauchen. Die können das so gut strukturieren.
Darum Leute, arbeitet hart!

Bildet Euch weiter. So kommt Ihr im Job weiter. Abendschule, das ist das Zauberwort. Oder ein Nachdiplomsstudium.
Falls da Euer Kopf nicht mehr mitmacht, weil dieser zu voll ist; hilft euch die Pharmaindustrie. Mit Ritalin oder Adderall zum Beispiel. Mehr Leistung und Konzentrationsstärke kommen da im nu.
Wer will da nicht dabei sein, und mitmachen bei all den Verbesserungen in der Welt?
Amphetamine braucht das Land. Die Weltwirtschaft muss wachsen, gebt jedem die dringend benötigte Morgendosis an Gehirnboostern.
Wer nicht spurt, der geht.
Neue innovativere Pharmaprodukte auf Nano-, oder Gentechbasis lassen eine zukünftige Leistungssteigerung unglaublichen Ausmasses erahnen.
Bedenken? Technologieverhinderer! Wir leben im jetzt!
Bis der Körper nach 10 jähriger Einnahme Gehirnboosters der ersten Generation verbrannt ist, hat die Pharmaindustrie sicher ein Regenerations- und Antiagingprogramm auf Lager.
Bis dahin Arbeitet hart, nehmt Gehirn- und Leistungsbooster für den körperlichen Arbeitseinsatz und seht, dass Ihr genügend Geld, bevor es Komplikationen gibt, zusammenkommt.
Ohne Leistungsbooster sind wir nicht konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Unsere Soldaten auf dem Schlachfeld dem Tod geweiht. Gerade jetzt, wo die Ressourcenkonflikte an Schärfe zugenommen haben. Wir können nicht beiseite stehen.
Andere Länder tuns ja auch.

Und keine Macht den Drogen. Verbietet Zigaretten und Canabis. Schon überlegt, wieviel unproduktive Zeit in Ihrer Firma durch Zigarettenpausen verloren geht. Stoppt diesen Zeitdiebstahl, totales Rauchverbot am Arbeitsplatz!
Und was der Canabiskonsum angeht, dieser muss hart bestraft werden. Macht die Leute träge und bringt sie auf schräge Gedanken.
Die einzig passenden Drogen für unsere Leistungsgesellschaft sind Alkohol und Kokain!
Obwohl Kokain keine Droge ist, sondern ein Gehirnbooster im sprichwörtlichen Sinne. Es schiesst das Gehirn so schnell, wie eine Feststoffrakete des Space Shuttles (auch Booster genannt), in den gewünschten Zustand.

Links:
Telepolis
Le Monde Diplomatique 1
Le Monde Diplomatique 2
Heise
Technology Review