Strategien bei Peak Oil
admin am 18. May, 2008Was kann ich tun:
- Energiesparen lautet die Devise. Und zwar überall, wo es geht.
- Haussanierung. Am Besten sofort. Viele schieben eine Sanierung solange auf, solange sie die Preise zahlen können. Und laufen direkt in die Falle.
Kann man den Brennstoff nicht mehr bezahlen, ist auch kein Geld für eine Rennovation vorhanden! - Sparsameres Auto. Hat man keine Kinder, reicht eigentlich schon ein Zweisitzer. Hier gilt dasselbe, wie bei der Haussanierung.
Eine Spritschleuder kann bei steigenden Treibstoffpreisen auf einmal nicht mehr verkauft werden. - Für kurze Distanzen das Fahrrad benutzen. Ist gesund, hält Fit und bei Distanzen von 1-2 km schneller als das Auto.
- Bei Wohnungswechsel den Anschluss zum öffentlichen Verkehr berücksichtigen.
In welche Energieformen investieren:
- Wasserkraft ausbauen. In der Schweiz sind die Potentiale fast ausgeschöpft. Problematisch ist das Abschmelzen der Gletscher in den Alpen durch den Klimawandel. Sind diese mal weg, ist die Wasserversorgung aus den Alpen nicht mehr gleichmässig und stellt uns vor neue Probleme.
- Gezeitenkraftwerke. Funktionieren nur bei Meeranschluss mit genügendem Höhenunterschied bei Ebbe und Flut.
- Biomasse. Einheimische Rohstoffe ,wie Holz, Häcksel, oder Chinaschilf wachsen nach und werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
- Biogas. Wird erzeugt aus Tierdung, Klärschlamm, und Biomasse.
- Solarwärme. Einfachste Methode zur Gewinnung von Solarwärme in den kälteren Jahreszeiten sind Balkonverglasungen. Mit einer Verglasung ist erstens der Balkon für rund zwei Monaten im Jahr länger nutzbar, und zweitens ist im Winter eine Pufferschicht zwischen Wohnung und Natur.
Mehr Nutzen von Solarwärme bekommt man mit Kollektoren auf dem Dach. Eine schicke Sache ist es schon, für das Warmwasser die Sonne anzuzapfen. Diese stellt keine Rechnung. Auch spart man dabei elektrischen Strom, ggf. Heizöl. Nur sollte der Speicher auch genügend gross sein, um ein paar Schlechtwettertage zu überbrücken. - Photovoltaik. Elektrischer Strom von der Sonne. Wurde zuerst bei Weltraumsatelliten angewendet. Ist eine feine Sache, wenn der Wirkungsgrad höher, als die momentanen 15% in der Praxis liegen würde. Für eine breite Anwendung innerhalb der Bevölkerung müssten die Preise noch runter gehen.
- Windenergie. In der Schweiz schwierig durchzuführen. Würde Sinn machen, ein Claim in der Nordsee für die nationale Versorgung von elektrischem Strom aus Offshore-Windanlagen. Da der Wind nicht immer gleich weht, schlimmstenfalls Windstille herrscht, müsste eine funktionierende Versorgung redundant aufgebaut sein. Sollte in der Nordsee gerade Windstille herrschen, müsste ein Ausgleich von der Biskaya, oder vor der nordafrikanischen Atlantikküste her kommen.
- Energiesparen. Dieses Potential wird vielfach unterschätzt, schlimmstenfalls ignoriert. Die Informatikbranche zum Beispiel ignorierte die Entwicklung sparsamer PC’s und Server, bis auf einige Einzelfirmen. Energetische Bausünden wurden vor Allem in den 60′er und 70′er Jahren gemacht. Diese zu sanieren dürfte schwierig sein.
Beim Bauen müssten die energetischen Vorschriften wesentlich strenger werden. Von 2010 bis 2020 nur noch Niedrigenergiehäuser. Danach ist als Minimum nur noch ein Nullenergiehaus zulässig.
Transport und Logistik
Dieses Segment wird sich nach Peak Oil sehr stark verändern. Für eine Just in Time Produktion muss die gesamte Infrastruktur umgebaut werden:
- Hochseeschifffahrt: Energiesparende Massnahmen werden mit dem Skysail erfolgreich getestet. Optimierungen der Schiffshülle mit Nanooberflächen sind in Entwicklung.
Die Hochseeschifffahrt wird so schnell nicht verschwinden. Riesige Mengen Güter können durch genormte Container effizient auf weite Distanzen transportiert werden. Als erste Massnahmen werden schon jetzt Fahrgeschwindigkeiten gesenkt, um Treibstoffe ökonomischer zu nutzen. - Binnenschifffahrt. Fehlende Teilstücke von Kanalsystemen müssen jetzt gebaut werden.
- Bahnverkehr. Ein leidiges Thema. Verschiedene Bahnstromsysteme und Spurweiten (Breitspur im Baltikum, Finnland, Spanien, Portugal und GUS) erschweren eine europaweite Koordination des Güterverkehrs auf der Schiene enorm. Dies gilt vor allem bei der Ost-West Achse. Leider wird in allen europäischen Ländern das Bahnwesen durch zuviele Politiker und Behörden gebremst. Einen Anfang mit Mehrstromloks und ETCS werden gerade aufgeschient.
- LKW-Transport. Zu allererst gilt es den Fernverkehr zu minimieren. Es kann doch nicht sein, dass Tomaten und Joghurte einen 3000 km langen Fahrweg quer durch Europa zum Kunden haben.
- Es wird in Zukunft, durch hohe Treibstoffpreise, wieder vermehrt vor Ort produziert.
- Innovative Transportsysteme, wie die CargoCap könnten endlich den Durchbruch erleben.
